Label: Screaming Banshee Genre: Folk-Rock Erschienen: 4. Juni 2010
Die niederländische Gruppe Omnia hat sich seit den 90ern vom Duo zum Sechstett entwickelt. Das Zepter liegt aber dennoch in der Hand des Künstlerpaares Jenny und Steve Sic Evans van der Harten. Deren Kompositionen entspringen dem von der Band selbst geprägten Begriff "Paganfolk". Instrumente wie keltische Harfe, Flügel, Drehleier, irische Bodhran und Bouzouki, neokeltische Doppelflöten, Didgeridoo, Dadgad und "moderne" Instrumente wie das Schlagzeug, zeigen nicht nur eine Vielfalt in der Mittelaltermusik oder dem Celtic Folk, sondern auch einen Hang zur Weltmusik (was sich nicht zuletzt auch schon im Bandnamen abzeichnet).
Das neue Album "Wolf Love" gestaltet sich trotz nicht eindeutiger Zuordenbarkeit in ein Musikgenre ziemlich mainstreamig in seiner Vielfalt, verbunden mit reichlich schrägen Untertönen. Von komplett klassischen Stücken über melodische Balladen bis hin zum Rap – "Dance Until We Die" ist ein ungewöhnlicher Titel für eine Folk-Band, denn hier wurde Rap mit keltischer Harfe gemischt. Und es klingt gar nicht mal unpassend. Als Dialog zwischen alten Barden und modernen Rappern gedacht, ist allerdings noch nicht klar, ob sich eher die Freunde der klassischen Mittelalter-/Folk-Songs oder die Hip-Hopper damit anfreunden können.
Die Freiheit fungiert als übergeordnetes Thema von "Wolf Love". Künstlerische Freiheit in ungewöhnlichen Kompositionen kann man dem Album schon nach dem Hören der ersten Titel bescheinigen. Die Motive sind vielfältig – Jabberwocky von Lewis Caroll, lüsterne Wölfe, Stimmungen reichen von düster bis poppig. Antike Wurzeln dürfen aber auch hier nicht fehlen: „Saltatio Vita“ zum Beispiel ist ein schnelles Instrumental, das sich im Bereich der gallo-römischen Musik (1.Jh. n. Chr.) ansiedeln könnte und Satyre und Nymphen beschwören will. Countryfreunde hingegen wird "Love in the Forest" begeistern.
Besonders interessant wirkt der Song "Shamaniac", welcher Schamanengesänge aus aller Welt mit den Halluzinationen nach Räucherung und Kräutergenuss verwebt. Auch "Sister Sunshine" könnte auf dieser Grundlage entstanden sein, so goldig hippieesk kommt es daher: ein bisschen Alexi Murdoch und ein bisschen California Dreaming – wundervoll. Gotisch und rockiger wird es mit "Taranis" und auch mit dem titelgebenden "Wolf Song", der von einer psychoerotischen Beziehung zwischen Rotkäppchen und dem Wolf erzählt.
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Gestaltet ist das Cover opulent in Goldtönen, mit Elfen und schwungvollen Tribals. Das Album hat noch mehr Bonbons zu bieten: Mit der CD kommt eine DVD – vom Live-Konzert at Castlefest 2009 sowie Musikvideos, der Wolf-Song-Studioclip, Behind the Scenes und viele Extras.
Trackliste CD: 1. Wake Up 2. Dance Until We Die 3. Jabberwocky 4. Saltatio Vita 5. Teachers 6. Love In The Forest 7. Toys In The Attic 8. Shamaniac 9. Solfeggio 10. Wheel Of Time 11. Sister Sunshine 12. Taransis 13. Moon 14. Wolf Song 15. Cornwall 16. Sing For Love
DVD: 1. Live Concert At Castlefest 2009 2. Omnia Music Videos 3. Wolf Song Studio-Clip 4. Behind The Scenes und einige Ãœberraschungen
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